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Für immer Vamp

Ich sagte nie Dir was es heißt,
wirklich brutal zu sein,
wie es ist,
sie leiden zu sehn,
wenn man sich tief
in einen Hals verbeißt,
wenn man Blut genießt, als wäre es Wein,
Ich laß Dich endlos flehen...

Du willst alles ganz anders sehen,
Chaos im Dunkeln verstehen,
und wirst dennoch vergehen,
Deinen Hals werd ich verdrehen...

Und Du wirst hoffen zu träumen,
Dein Leib wird in Säure schäumen,
Deine Knochen meine Wege säumen
hoch bis zu den höchsten Bäumen!

Das erste Blitzen Deiner Zähne
sah ich viel zu spät.
Doch Hilfe wirst Du nicht erlangen,
Tief in dunkler Haft gefangen,
Nährst Du Dich vom Gift der Schlangen
und wirst still auf Gnade bangen...

Mit süßer Leichtigkeit begriff ich,
Und habe ich Dich erst gebissen,
ist Dein letzter Lebenshauch zerrissen,
ich werde Deine Haut als Flagge hissen,
Deine Haare füllen meine Kissen,

daß ich nun Dein Sklave bin.
Für immer Vamp sein.
Das ist wirklich fein,
denn nur im fahlen Mondschein,
erst wenn die Opfer schreien

kann man sich richtig freuen!
Fledermäuse sind die schönsten Tiere,
viel stärker selbst als große Stiere,
Ihr Schrei dringt tief in Deine Niere,
auf das er Furcht in dir gebiere...

Trotz der vielen kleinen Striemen,
Vampire werden immer siegen,
siehst Du Dich eng am Boden liegen,
schwach Deinen Hals verbiegen
um DEN Kuss der Nacht zu kriegen?

Strömt mein Blut so heiß,
in des Meisters Mund,
Meine Zähne pflügen fürchterlich,
Meine Krallen fleischen dich,
mein Speichel-Blut-Gemisch
ist nicht mehr lange widerlich.

Dein süßes Blut in meinen Adern,
werd ich mit dem Schicksal hadern
denn von Ratten bis zu Mardern,
zählst Du zu den besseren Kadern!

Kein Gebet wird mich noch stören,
hier kann niemand Dich mehr hören,
und Du wirst mich nicht betören
damit wir noch mehr Zeit verlören...

Dein Spiegelbild in meinen Augen
Das letzte was Du sehen kannst,
was sich tief in Deine Iris stanzt
wenn Du mit mir Walzer tanzt:
Flügel, an den Seiten ausgefranst...

heizt das Feuer, daß dort glüht,
Später wirst Du in der Hölle braten,
hohes Maß für Deine Taten,
ich werd draußen auf Dich warten
auf der Ruhebank, der harten!

Verdrängst damit die Schmerzen,
die ich hab von Anbeginn.
Deine leere Hülle werd ich pflegen,
stopfen, streicheln, hegen,
in ein hübsches Schränkchen legen,
und regelmäßig Staub wegfegen!

So, als wolltest Du mich fressen,
stürmst Du mein Gesicht,
Doch auch im Tode wirst Du dienen,
als stolze Sklavin wirst du grienen
und fleißig wie die Bienen
meine Zufriedenheit verdienen!

Ich träum so oft von Deinem Hals,
ob mit Ketchup oder Schmalz,
ob geklebt oder mit Falz,
schön wie ein Schwan während der Balz.

Ich will Dich in die Ferne küssen,
Du wirst nie einen Pflock ins Herz mir treiben,
solche Sünde lasse lieber bleiben,
Du kannst das vielleicht noch schreiben,
oder ein mit Öl mich reiben!

Ich streichle sanft Dein Kinn.
Du weißt, ich würde Dich niemals schlagen!
Derart Schlimmes würde ich niemals wagen,
werd auf Händen Deine Leiche tragen
und alle Ratten schnell verjagen!

Dann entfaltest Du die Flügel,
himmelhoch und weit.
Fliegen ist so himmlisch schön,
kann man dabei Deine Augen sehn,
wie sie lieb ihre Runden drehen
und in meinem Schauschrank stehen.

Und beim Fliegen kann ich denken,
wem werd ich demnächst mein Lächeln schenken
und in wessen Hals die Zähne senken
und wessen Blut in meine Adern lenken?

Und vereint werden wir erleben,
wie sich unsre Körper sanft erheben,
werden wir zum Mond hin streben
und das schönste Unheil weben!

Last updated 29.10.2001